Namenskürzel, Namensdeutung mit
Fragen & Antworten

Der Familienzweig 'Schnare Lippe-Detmold' läßt sich aufgrund von historischen Gogerichtsakten, Eheprotokollen und den Kirchenbucheintragungen (Silixen, histor. Amt Burg Sternberg, verschiedener Ahnenbücher) recht genau zurückverfolgen. Der Familienverbund 'Schnare Lippe-Detmold', dem das Namenskürzel  S'are zugeordenet wird, kann sich sicher (patrilinear) auf  9x Urgroßeltern (auch: Stammgroßeltern, XII. Geschlechterfolge) berufen. Die XIII. Geschlechterfolge ist nicht mehr klar ermittelbar. Der Stammurgroßvater hieß Herman Schnare ( S'are ? ), vermutlich um 1560 bis 1570 geboren.

...  nicht eindeutig:    Namenskürzel    >  S'are  <
1. are (ar) 1.Vermutung: 'are' als Pluralwort für den Landbesitzer eingesetzt, nachdem in Lippe durch Gesetz (v.12.08.1857) die herkömmlichen Flächenmaße in neue Maßwerte eingefaßt wurden. Hier: Vielleicht wurde die Länderei Schnare zuerst in neuer Bemessung katastiert. Lokalkolorit: Durch Voransetzung mit dem 'S' kam es zu S'are.    2. Ableitung Ackerfläche wegen großer Länderei (Uranwesen) *
2. are Mittelhochdeutsche Anlehnung an das Wort Ähre ( möglicherweise falsch geschrieben, oft passiert ! ) als Hinweis: Besitz großer Getreideanbauackerfläche. Später oder sogleich: Anfügung des 'S' als sächsisches Genetiv .
3. are Deutung:  Adler.  Diese Deutung sollte verworfen werden. Grund: Der erste Namensträger Schnare war ein freier Mann (Landwirt) ohne Bezug zum Hoheitsträgersymbol Adler. **
4. 'S are Hier ergibt sich ein Hinweis auf eine holländische Herkunft. ***
5. S'are Namenskürzelverwendung zur Kennzeichnung von Transportsäcken ****
*

Uranwesen Schnare ( im lippischen Norden),   große Länderein, Landteilung  bereits im Mittelalter in zwei unabhängige Höfe.  S. kaufte zudem noch die 'Pastorenstätte' (Erbpacht Pfarrer Hermann von Coesfeld). Erbpacht wurde vom Kloster Möllenbeck gegeben. Es ist zu vermuten, daß S. in einer engen Verbindung zum Kloster stand.

** Adler = Hoheitssymbol (ein Landbesitzer konnte das Symbol kaum nutzen). Hans Schnare (der Erste) besaß den Titel Hofmeister, war Freisasse, trotzdem, are=Adler, diese Deutung muß entfallen.
*** Möglichkeit: Aus Holland stammend und während der Religionsunruhen die Weser aufwärts gewandert. 'S bedeutet auf niederdeutsch (auch: holländisch) des, etwas des Mannes ..are..
**** Überlieferung von zwei Personen der Familie Schnare, von Friedrich (Fritz) -  und                 Karl Schnare (ehem. Lehrer, Buchautor, Verfasser Chronik Remmighsn. etc.). Aus dem Gedächtnis:   Logo befand sich in einem Truhendeckel und auf Sackleinen.

Namensdeutung

S  are    - Synonym für:  ...  ?

Fragen und Antworten.

Was zeigt die Graphik ?   Was bedeuten die Worte ?

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1. Graphik

Hier kann eine eindeutige Antwort gegeben werden. Der abgebildete gefüllte Tarnsportsack ist für landwirtschaftliche Produkte ausgelegt. Das Ährenbündel darüber weist den Getreide erzeugenden Landwirt aus. Ähnlich bäuerliche Darstellungen findet man heute noch im Elsaß/F. ( Ort: Epi trois ).

2. zwei Synonymworte

- Urform des Namen Schnare aus der Zeit der einheitlichen Namensergreifung ?

- Kurzform des Namen Schnare ?

- Vornamen als Familienname ?

- frühes Logo (Besitzanzeige) anstatt eines Wappens ?  Bewußte Wappenvermeidung   ? Bewußte Abgrenzung zum herrschaftlichen Status der wappenberechtigten Gesellschaftsklasse, aus dem Gefühl heraus, Freisasse zu sein, mit Güter- und Eigentumsbewirtschaftung ?                                               

Welche Antwort ist richtig  ? ? ?

Eindeutig:

Freisassen - Status des Namensträgers, der erstmalig in den Annalen feststellbar ist

Hans Schnare I.
(der erste Hans), was wissen wir über ihn ?

Zunächst:   Hans Schnare, aus geschichtlicher Dunkelheit heraustretend, wahrscheinlich in Rinteln/Weser geboren (1590-1600), gilt als Begründer der patrilinearen Linie der Familie Schnare im lippischen Norden, die sich von Silixen über Schönemark; Remmighausen b.Detmold(ehem.) bis Detmold-Stadt und Idar-Oberstein ausweitete. Die Zweige Familie Schnare Niedersachsen, Hessen, Schleswig, Ausland ( UK;  USA; Sambro,Nova Scotia, Canada, -) können bislang (!) nicht auf  H.Schnare I. zurückverfolgt werden. Hans Schnare erscheint erstmalig (?) durch den Kauf zweier Hofstellen nebst Länderein und den späteren Bau einer Mühle in den schriftlich fixierten Analen. Ein ungenauer Hinweis auf einen Schnare ist in einer Urkunde zu finden, die im Zusammenhang mit dem ehem. Kloster Möllenbeck steht ( Zeit: kurz vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges).

Freisasse Hans Schnare:  Der Status eines Freisassen ist durch den Erwerb der Höfe nebst Länderein und deren Blutslinienvererbung belegt. Nur ein freier Mann konnte wirtschaftliche Güter zur freien Eigentumsbewirtschaftung erwerben.

Vitifreiheit Hans Schnare:   Seine Freiheit ist vermutlich nicht herrschaftlich hergeleitet. Die Annahme liegt nahe, daß es sich bei S. um eine geistliche-, also kirchliche Freistellung handelte, was aus verschiedenen Hinweisen abgeleitet werden kann.   Anm.:     Vitifreiheit hergeleitet vom Schutzpatron St. Vitus, ehem. Reichsabtei Corvey b. Höxter/Weser.

Usus Mitte 16. Jahrhundert:   Die Geistlichkeit trennte sich nicht ohne Not von Besitztümern der Kirche. Wenn doch, dann waren meist ökonomische Gründe ausschlaggebend. Klostereigene Güter, Hausstellen, Länderein wurden nur mit Willen des Superiors (eines Klosters zBsp.) veräußert, an Käufer, die dem Kloster verpflichtet waren (S., keine Abhängigk.) oder nahestanden (wahrsch. auf S. zutreffend). Grund:  S. führte beim Kauf der Hausstellen den Titel Hofmeister. Dieser Titel wurde an Personen vergeben die in Verwaltungsdiensten standen.

Hinweis Herkunft Hans Schnare:  S. Kauft das Haus 'Alte Pastorsche Stätte', das dem Pfarrer Hermann v.Coesfeld in Erbpacht überlassen wurde.   H.v.C. war der Sohn des Hofmeisters v.Coesfeld am Jungfrauenstift St. Marien in Lemgo.  Vermutlich war S. in Möllenbeck-Diensten und später (?) Hofmeister-Nachfolger (Übergangsregelung) in Lemgo. Es bestand zur damaligen Zeit eine Verbindung zwischen dem Damenstift Möllenbeck und dem Bau der Kirche in Silixen   (gleiche Steinmetzzeichen)    Anm.:  Auch die Einkünfte eines Hofmeister stehen fest. Als   Beispiel mag das Jahresgehalt Hofmeister Vogtei Detmold angesehen werden. 18 Philippstaler, Naturalien im Wert von 75 Groschen (ca.3 Taler). Übrigens, der etwaige Kaufpreis eines "Vollspänner-Hofes" lag damals bei 200 bis 300 Taler. Nun erhebt sich die Frage der Geldmittelherkunft für die Schnare'sche Ansiedlung in Silixen mit dem Kauf von zwei Hofstellen und den späteren Bau einer Mühle in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges ?  Sparkassen gab's zur damaligen Zeit nicht. Von der Obrigkeit kam das Geld auch nicht, mit der standen die Schnares nicht gut, schließlich zerstörte die Obrigkeit die Mühle, kurz nach deren Bau., Graf Ernst von Schaumburg wird die Zerstörung der Mühle um 1650 zugeschrieben. Da Silixen zur damaligen Zeit unter der Hoheit von Varenholz (Weser) stand wird wohl einer der Nachkommen der Ritter von Kallendorp bzw. De Wend der Übeltäter gewesen sein.  Kein feiner Zug von den Edelherren, sich so einen Mitbewerber vom Hals zu schaffen. Schnare's Sägemühle wurde als Konkurrenz zur landesherrlichen Mühle (Varenholz oder Krankenhagen) angesehen. Noch ein Hinweis:  fest steht, Hans Schnare I. hatte eine 'pralle Privatschatulle'.

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last update: 11.12.2000
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